Michael Lippert

Michael Lippert

Pst. Kelsterbach

Wir für euch vor Ort im Polizeipräsidium Südhessen

Zusammen mit dem Kreisverbandsvorsitzenden und örtlichen Personalrat Lars Maruhn wurden wir durch Polizeipräsident Bernhard Lammel mit den Worten „Willkommen im schönsten Polizeipräsidium Hessens“ begrüßt.

Bernhardt Lammel, der 1974 bei der Bereitschaftspolizei in den Polizeidienst des Landes Hessen eingetreten ist, ist seit 2016 Polizeipräsident im Polizeipräsidium Südhessen (PP SH) mit Sitz in Darmstadt. Zuvor war er Präsident des damaligen Präsidiums für Technik, Logistik und Verwaltung (PTLV, heute HPT). Vor diesen Aufgaben hat er viele Stationen durchlaufen.

Unter anderem als Abteilungsleiter im Hessischen Landeskriminalamt und Leiter der Polizeidirektion Groß-Gerau. Maßgeblich war Bernhard Lammel an der Neuorganisation der Hessischen Polizei 2001 beteiligt.

DPolG: Wo hakt es im PP SH?

Bernhard Lammel: Hier läuft alles gut! (lacht). Wir haben circa 200 eingeschränkt dienstfähige Mitarbeiter. Viele Kollegen haben bestimmte Einschränkungen. Was sie aber daraus machen, hängt davon ab, wie sie sich aufgehoben, dazugehörig und behandelt fühlen.

Es gibt die Absentisten. Diese fehlen dauerhaft aufgrund von Langzeitkrankheit beziehungsweise Abwesenheit.

Dass wir aber für jeden eine neue Funktion schaffen, geht nicht. Ein letztes Mittel sind dann gegebenenfalls auch Ruhestandsversetzungen.

Es gibt die Präsentisten. Diese sind nur als Hüllen da, sind aber nicht produktiv.

Ziel ist es, alle zurückzuholen. Daran arbeiten wir hart.

Wir haben dann auch noch die vielen, vielen guten Kollegen, die motiviert sind und gute Arbeit machen. Diese möchte ich gerne halten. Deshalb ist unser Motto auch: „Wir arbeiten gut und anständig.“

DPolG: Wie könnte man das Problem angehen?

Bernhard Lammel: Leider haben wir wenige Möglichkeiten, hier aktiv als Behörde tätig zu werden. Mit dem Thema „Gesunde Polizei“ haben wir schon einige Erfolge erzielt. In diesem Zusammenhang sind mir drei Säulen besonders wichtig:

> Führung
> Klima
> Wertekultur

DPolG: Was läuft besonders gut im PP SH?

Bernhard Lammel: Wir hatten zum 1. April insgesamt 108 Beförderungen, davon gingen circa 90 in die A 11 und höher. Das Bewerberaufkommen war dabei stimmig. Dieses führe ich auf die Transparenz zurück, die wir schaffen. Ich führe jeden Dienstag „Basisgespräche“ mit den Mitarbeitern vor Ort. Da steht das persönliche Gespräch im Vordergrund. Probleme sprechen wir direkt und offen an.

Es ist sehr hilfreich, dass Ohr direkt da zu haben, wo die Probleme empfunden werden.

So konnten wir zum Beispiel innerhalb von drei Monaten Beurteilungsrichtlinien, zusammen mit dem Personalrat, erarbeiten und umsetzen. Ich bin der Auffassung, dass ich als Behördenleiter die Aufgabe habe, den Personalrat zu überzeugen, und dieses kann ich am besten, indem ich ihn so früh wie möglich beteilige und mit einbeziehe.

DPolG: Als einzige Behörde hat das PP SH eine Abschiebehafteinrichtung. Es gibt Stimmen, die diese besser bei der Justiz angesiedelt sehen. Wie stehen sie dazu?

Bernhard Lammel: Die Aussage halte ich für falsch. Nach rechtlicher Einschätzung ist diese Aufgabe klar von der Justiz zu trennen. Ich gehe davon aus, dass die Einrichtung im PP SH angesiedelt wurde, weil man der Auffassung war, dass das PP SH diese Herausforderung gut bewältigen kann. Durch Pragmatismus, Motivation und Kreativität haben wir es in kurzer Zeit geschafft, dass Projekt mit gemischtem Personalkörper (Justiz und Polizei) gut umzusetzen. Zur Zeit haben wir 20 Haftplätze. Bis zum Ende des Jahres sollen es bis zu 80 sein.

DPolG: Wie sieht die Personal­ situation im PP SH aus?

Bernhard Lammel: Stellen der Vollzugspolizei waren bis auf wenige Ausnahmen in den letzten Jahren nicht unbesetzt. Die neuen Planstellen der Sicherheitspakete führen nicht zwangsläufig zu einer Verstärkung der vorhandenen Organisationseinheiten. Besonders durch neue und zusätzliche Aufgaben ist dieses Personal oft schon gebunden.

Nach nunmehr vier Jahren ohne Polizeivizepräsidenten, soll auch diese Funktion zeitnah besetzt werden.

DPolG: Wie wollen Sie das neue Personal verteilen?

Bernhard Lammel: Wir bekommen, nach heutigem Stand, zum August 30 neue Stellen. Diese gehen alle an die Basis. Circa ein Drittel werden wir beim Kriminaldauerdienst und der Kripo einsetzen. Die Hundestaffel wird mit bis zu vier Stellen besetzt. Fünf Stellen möchte ich auf die Reviere und Stationen geben. Auch die DEGen werden mit vier Stellen gestärkt. Das Thema Staatsschutz steht ebenfalls im Fokus, dort wollen wir fünf Stellen hingeben. Fortbildung und Leitstelle werden auch noch mit einer Stelle verstärkt.

DPolG: Wie sieht die Zukunft im PP SH aus?

Bernhard Lammel: Drei Zu- kunftsthemen stehen bei mir auf der Agenda.

> Kriminalitätsbekämpfung > Örtliche Zuständigkeiten > Belastungsbetrachtung

DPolG: Welche Wünsche haben Sie an die Politik/das LPP?

Bernhard Lammel: Wir sind auf einem guten Weg, weiter so! Ich freue mich über das Erreichte. Für Wünsche ist gerade nicht die rechte Zeit.

* Das Interview wurde im Polizeipräsidi- um Südhessen im Besprechungsraum mit entsprechendem Abstand geführt. Es handelt sich nicht um einen wortgetreuen Abdruck.

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